Jahresrückblick 2025: Phantastik-Kosmos im ersten Jahr

2025 ist das erste Jahr, das ich meinem Phantastik-Kosmos gewidmet habe, und es ist viel geschehen – für den Kosmos und für mich selbst. Trotzdem fühlt es sich so an, als hätten mich meine Füße gerade erst bis zum Herbst getragen.

Nie zuvor begann ich ein neues Jahr ohne die Last unabgeschlossener Projekte und ohne die brillanten Ablenkungsmanöver aus der Unterhaltungsindustrie.

Meine Entscheidung, Schriftstellerin zu werden, hatte ich bereits getroffen, und mehr denn je verspürte ich den Wunsch, mich kreativ zu entfalten, unerschöpflich zwischen Buchstaben, Pixeln und Tönen.

Ganz nach dem Motto: Mit 30 fängt das Leben an!

Doch 2025 begann für mich nicht mit einem Text. Noch eine ganze Weile sollten sich die üblichen Herausforderungen im Alltag und die vielen Schritte zu meinem neuen Lebensstil dazwischenschieben. Ich hatte mir meine Prioritäten ausgesucht, und so fand ich anfangs keine Zeit zum Schreiben.

Jetzt habe ich das Ende von 2025 erreicht. Auf einem Stuhl, kaum 3 Meter entfernt von mir, liegen T-Shirts und Hosen ineinander verschlungen auf einem Haufen und die deutlichen Falten in dem Bündel scheinen mir mitzuteilen, dass sie gebügelt werden wollen. Derweil schlürfe ich unbekümmert an meinem Sukku Coffee und freue mich darüber, dass ich meine Yogaübungen schon heute Morgen beendet habe.

Ich wende mich wieder meinem Jahresrückblick zu und muss den Gedanken daran, dass mir noch kein passender Name für die Hauptfigur meiner nächsten Kurzgeschichte eingefallen ist, beiseiteschieben. Denn ich will wissen, wie es zu dieser Hundertachtziggradwende gekommen ist.

Ein neuer Lebensstil

In der ersten Jahreshälfte hatte ich vorwiegend das Gefühl, frei zu sein. Nicht, weil ich nichts zu tun gehabt hätte, sondern weil mich zum ersten Mal nichts daran hinderte, meine Zeit in etwas völlig Neues zu investieren.

Das wog schwerer, als ich mir das vorgestellt hatte.

Plötzlich wartete ein ganzer Phantastik-Kosmos auf mich, der entdeckt und beschrieben werden wollte. Ein enormes Vorhaben, das aus vielen Überlegungen und Taten besteht – und was die Taten betrifft, so musste ich zunächst woanders beginnen und nicht bei den vielen Texten, zu denen sich die Ideen bereits häuften.

Ich musste bei mir selbst beginnen: bei meinem Körper, der die zahllosen Stunden vor dem Laptop unbeschadet überstehen sollte, und bei meinem Verstand, der kurz davorstand, denselben Wald in Brand zu setzen, den er vor lauter Bäumen kaum zu sehen bekam – sprich Kopfrauchgefahr.

Es handelte sich um die Art von Herausforderung, die Zeit beanspruchte.

Allerdings hielt mich das nicht auf, Recherchen über die Phantastik-Szene anzustellen und mir genau vor Augen zu führen, worauf ich mich da einlasse. Für mich selbst hielt ich fest, was ich von nun an wirklich erreichen will und ob meine frühen Texte dabei eine Rolle spielen sollen oder nicht.

So entstanden Stück für Stück jene Texte, die ich im Juli als meine ersten beiden Schreibeinblicke veröffentlichte: Schreiblosigkeit: Gefesselt in fantastischen Welten und Schreibfrühzeit: Phantastik-Geschichten meines jüngeren Ichs.

Zwischendurch schliff ich an der Pixelgrafik, die Du jetzt auf meiner Startseite findest und am Mock-up meiner Website.

Langsam nahm mein Vorhaben Gestalt an und in der zweiten Jahreshälfte tat das schließlich auch dessen Umsetzung.

Technik abgehakt

Für die Umsetzung begann ich mit meiner Website. Einerseits wollte ich für mein Vorhaben eine kleine Basis errichten, über die ich meinen Fortschritt festhalte und erreichbar bin. Andererseits wollte ich so schnell wie möglich die Technik aus dem Weg schaffen, um mich voll und ganz aufs Schreiben konzentrieren zu können.

Das hätte deutlich schneller gehen können, wenn ich der Website ein schlichteres Webdesign verpasst hätte, aber ich hatte eine Idee. Eine Idee, die ich insgesamt zweimal weiterentwickelt habe. Und in diesem Jahr hatte ich mir vorgenommen, meine Ideen ab jetzt umzusetzen – die guten jedenfalls.

Das dunkle Layout ist jedoch kein versteckter Hinweis auf einen Dark-Fantasy-Kosmos. Dafür sind meine Ideen bereits viel zu breit gefächert.

Stattdessen ist meine aktuelle Website Ausdruck meiner aktuellen Schreibphase als angehende Schriftstellerin: Während ich zum einen noch im Dunkeln tappe, was sowohl einige Geschichten als auch meine eigene Handschrift angeht, so blendet die Dunkelheit zum anderen alles aus, was mich vom Schreiben abhalten könnte. Gleichzeitig ist die Dunkelheit Symbol für das Nichts, aus dem alles entsteht.

Zwei Wochen hatte es gedauert, das Mock-up nachzustellen, und einige Wochen mehr, um die üblichen Systemfehler und Styling-Mängel zu bereinigen. Zu den größten Übeltätern zählen das Kommentarsystem und ein paar hinterhältige Caching-Einstellungen, die große Freude daran fanden, mein Layout täglich in die Luft zu jagen.

Doch die Mühen haben sich gelohnt. Die Gemütlichkeit, mit der ich diesen Beitrag schreibe, ist mir Beweis genug (und hat nur teilweise etwas damit zu tun, dass ich in eine kuschelige Decke eingewickelt bin).

40 Tage Schreibchallenge

Endlich gedachte ich, mit dem Schreiben zu beginnen und wählte dazu eine 40-tägige Schreibchallenge mit dem Ziel, eine Schreibroutine zu etablieren.

Ich dachte, dass mir das 40-tägige Mandala zu einer neuen Gewohnheit verhelfen würde. Dass ich danach jeden Tag schreiben würde, so wie ich in meiner anfänglichen Unerfahrenheit andere auf sozialen Netzwerken habe schreiben sehen, mit mehreren tausend Wörtern pro Tag und mindestens zwei konsistenten Publikationen pro Monat.

Kurzum: Ich habe nicht jeden Tag geschrieben. An manchen Tagen habe ich nicht einmal daran gedacht, denn es kamen mir andere Dinge dazwischen. Obschon ich die Challenge bereits zweimal verschoben hatte.

Ganz langsam erschloss sich mir, dass ich für meine Schreibchallenge einen ungünstigen Zeitpunkt gewählt hatte, und dass eine kurzfristige Challenge keine langfristige Lösung bewirkt. Meine Schreibroutine würde ich damit nicht erreichen.

Doch das war der nebensächliche Grund. Vorrangig war meine Einsicht darüber, dass das Schreiben immer noch nicht zu meiner Priorität geworden war. Es war immer noch nebensächlich.

Sobald irgendetwas auch nur ein wenig Dringlichkeit offenbarte, sprang ich vom Stuhl (oder aus dem Bett, je nachdem, wo ich mich gerade am kreativsten wähnte).

Auch hat mir die Schreibchallenge einen ersten Eindruck davon vermittelt, wie es wirklich ist zu schreiben. Ich habe gelernt, dass das Schreiben nicht nur zu schreiben bedeutet, sondern auch tagelanges Nichtschreiben.

Dass es dazugehört, die Geschichte zu durchdenken, die Hintergründe zu entschlüsseln und darauf eine Handlung aufzubauen. Das Notieren zwischendurch. Das Träumen. Das, was dem Schreiben schließlich Substanz einflößt und es überhaupt erst ermöglicht.

Und dass ich mit meiner Herangehensweise an den Weltenbau ↗ nicht alleine bin.

Nichtsdestotrotz schaffte ich es, insgesamt 75 Ideen und 17.516 Wörter festzuhalten.

Dennoch war ich mit der Schreibchallenge erst zufrieden, als ich am allerletzten Tag auf eine überraschende, aber bitternötige Erkenntnis stieß.

Die Erkenntnis, dass ich Angst vor dem Schreiben hatte.

Unplanmäßig Schreibangst

Die bislang unerkannt gebliebene Schreibangst war mit Abstand meine größte Erkenntnis in diesem Jahr und deshalb ist viel Zeit in den essayistischen Beitrag geflossen, den ich dazu geschrieben und im Nachhinein sogar vertont habe: Schreibangst: Der Ruf des Unbekannten

Auf Spotify habe ich dafür die Show „Schreibenswert“ ↗ erstellt, denn ich denke, dass es in Zukunft mehrere solcher Schreibeinblicke von mir geben wird. Ich möchte die Themen, die beim Schreiben aufsteigen, nicht nur zur Kenntnis nehmen, sondern mich mit ihnen beschäftigen und entdecken, was sonst unentdeckt geblieben wäre.

Mit einer Schreibangst hatte ich jedoch nicht gerechnet. Schon gar nicht damit, dass ich mich nach der vorbereitenden ersten Jahreshälfte immer noch nicht völlig aufs Schreiben festgelegt hatte.

Hätte ich mich nicht eingehender mit dem Thema befasst, würde ich ganz sicherlich auch jetzt noch mit meinen Texten kämpfen und mich fragen, ob ich mich wirklich auf dem „richtigen Weg“ befinde. Dabei klopfen meine Geschichten jeden Tag aufs Neue an meine Kammertür. Braucht es wirklich einen Vorschlaghammer, damit ich ihren Ruf zu deuten weiß?

Die erste Kurzgeschichte

Als ich das endlich kapiert und verinnerlicht hatte – dem Beitrag samt Vertonung sei Dank –, schrieb ich.

Endlich schrieb und schloss ich sie ab, meine erste Kurzgeschichte seit 7 Jahren: Fantasy mit Santa Claus: Winterweiß

Ich schrieb sie ohne die Schreibangst, was sich ganz neu anfühlte. Tatsächlich war ich so vertieft in diese Geschichte, dass ich zweimal nach Mitternacht noch am Laptop saß und feilte – an Sätzen und anderen Ideen, die auch noch Teil der Geschichte werden wollten.

Ohne Ungeduld. Ohne Hunger und andere Hirngespinste. Stattdessen neugierig. Zuversichtlich. Aufmerksam. Nur ich und der nächste Satz.

Eine ganze Zeit lang wusste ich nicht, welche Kurzgeschichte es zuerst schaffen würde. Schließlich hatten es während der Schreibchallenge gleich zwei in die Rohfassung geschafft, und eine weitere drängte sich bereits auf.

Die Düsternis eines inkarnationsübergreifenden Schicksals? Das entflohene Opus einer modernen Hexe? Oder der Prolog zu einem Reset in romantischer Idylle, deren geheimnisvolle Tiefen eine Schriftstellerin von ihrer Schreibmaschine fortlocken?

Bevor ich darauf eine Antwort finden konnte, war es plötzlich Ende November und Zeit für eine Weihnachtsgeschichte. Doch je weiter sich die Geschichte entwickelte, desto weiter entfernte sie sich von den Anforderungen an eine Anthologie, für die ich sie eigentlich hatte schreiben wollen.

Ein spontaner Einfall verleitete mich schließlich zu einer völlig anderen Weihnachtsgeschichte, und das war mein Winterweiß.

Deshalb nehme ich all die anderen Kurzgeschichten aus der Warteschleife im nächsten Jahr wieder auf – sowohl jene, die als Rohfassung bereits existieren, als auch jene, die bisher nur aus den Bündeln unzähliger Notizen bestehen.

Ja, besonders im Januar werde ich auf die Probe gestellt.

Das große Schreibprojekt

Neben all den Kurzgeschichten hatte ich gegen Ende 2025 eigentlich die Notizen zu meinem großen Schreibprojekt sichten und ordnen wollen. Doch das werde ich ebenfalls aufs nächste Jahr verschieben müssen.

Schon seit einigen Jahren beschwere ich mich über meine unübersichtliche Zettelwirtschaft und gleichzeitig darüber, dass ich mir nicht angewöhnen konnte, ein entsprechendes Tool zu nutzen.

Doch in diesem Jahr entdeckte ich OneNote, das ich (ebenfalls vor einigen Jahren) zusammen mit meiner Office Suite erworben hatte. Bis ich es meinen Ehemann-Schrägstrich-Manager habe nutzen sehen, hatte ich nicht einen einzigen Gedanken an das Programm verloren.

Mittlerweile nutze ich es täglich und immer mehr Geschichten nehmen hier ihren Anfang – wie auch mein erster Fantasy-Roman, von dem ich im nächsten Jahr etwas mehr zu erzählen beginne.

Doch auch jetzt schon tummeln sich dort so einige Ideen und Aufgaben, die im nächsten Jahr ganz gewiss eine Rolle spielen werden.

Mit großen Plänen ins neue Jahr 2026

Fürs nächste Jahr sind also mehrere Veröffentlichungen fest eingeplant, darunter 7 Kurzgeschichten, 1 Artikel und etwas Längeres – und das, während ich meinen ersten Roman ins Visier nehme.

Doch jetzt schaue ich all diesen Schreibprojekten nicht mehr so frei und verloren entgegen. Die Schreibangst scheint überwunden, und mehrmals täglich wandere ich zu meinen Geschichten – in Gedanken oder an den Laptop –, sodass mich das Gefühl beschleicht, meine Erwartungen an eine Schreibroutine längst übertroffen zu haben.

Ich schreibe nicht jeden Tag an meinen Geschichten, aber ich beschäftige mich jeden Tag mit ihnen. Jeden Tag wachsen sie und bereichern den phantastischen Kosmos, den ich zu verschriftlichen endlich begonnen habe.

Ein fantastisches Jahr wartet auf uns alle! ♥

Was sich im kommenden Jahr in meinem Schreibkämmerchen tut, das erfährst Du wie gewohnt auf meiner Fortschrittsseite und ausführlicher in meinem Newsletter.

Und falls wir uns doch mal zwischen zwei Bücherregalen begegnen sollten: Meine Visitenkarten sind bereits bestellt!

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» Nicht das Äußere müssen wir erforschen, sondern das Innere, welches sich ins Unermessliche auszudehnen versteht und zugleich Abkürzung zu allem ist. «

Über die Autorin

Naomi Krishna erforscht sowohl menschliche Naturen in ihrer Berührung mit Magie und Spiritualität als auch die Natur ihrer eigenen Handschrift – in einer Welt, die keine Grenzen kennt.

Noch tappt sie im Dunkeln.

Naomi Krishna mit einer Schreibfeder

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